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Monat: Mai 2017

Konnichi wa aus Tokio!

Konnichi wa aus Tokio!

Konnichi wa ihr Leser,

zwar sind wir beiden samt Jetlag schon in Vancouver angekommen, aber wir wollen euch natürlich noch von unserm Aufenthalt in Tokio berichten.

Starten wir gleich mal mit einer Frage. Wann bemerkt man, dass man nach Japan reist!? Genau, wenn jeder im Flugzeug plötzlich seine eigenen Pantoffeln auspackt. Es sollte nicht der einzige Moment bleiben in dem wir beiden uns verwundert anschauten.

Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Vor allem wenn man beim Ticketkauf für die U-Bahn nur japanische Schriftzeichen vor sich hat! Zum Glück half da ein netter Mitarbeiter am Schalter gerne aus. Unten vor der Bahn waren wir wieder verwirrt. Wo waren denn die ganzen Japaner? Nichts zu sehen von Menschenmassen vor und in den Zügen. Je näher wir der Stadt kamen, umso voller wurde es. Um ehrlich zu sein, war aber nicht mehr los als in München auch. Angekommen im Stadtgebiet Asakusa schlenderten wir zu unserem neuen „Zuhause“. Das Khaosan Origami Tokyo ist eines der besten Hostels unserer bisherigen Reise und nur zu empfehlen für einen Besuch in Tokio. Tina war völlig begeistert von der Sauberkeit und tauschte gerne ihre Schuhe gegen die hauseigenen Pantoffel. Die Lage ist ebenfalls super. Es liegt direkt gegenüber vom sog. „Sensō-ji Tempel“. Jeden Tag genossen wir unseren Weg an der Tempelanlage vorbei zur Metro. Mittags und Nachmittags war es sehr voll. Die Leute, teilweise in farbenfrohen Kimonos, wuselten nur so durcheinander, zogen ihre Glückszahlen, ließen sich einreuchern oder waren schwer mit Selfies inklusive typischem Peacezeichen beschäftigt. Wir hatten unsern Spaß dabei diesem Treiben einfach nur zuzusehen. Früh Morgens und später am Abend, wenn die Massen verschwunden waren, entstand eine ganz andere Stimmung. Die Ruhe, die Lichter und das Rot des Tempels hinterließen einen sehr friedvollen Eindruck.

Nachdem wir am Ankunftstag nicht viel auf die Reihe gebracht haben, außer Sushi zu essen, freuten wir uns am Mittwoch mehr von Tokio entdecken zu dürfen. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, aber mit unserem durchsichtigen Regenschirm waren wir bestens gewappnet. Wir liefen vorbei am größten Fernsehturm Japans, wobei die Spitze für uns nicht zu sehen war 🙂 Entlang des Flusses durchstreiften wir den Simuda Park (bekannt für die Kirschblüte). Ohne Kirschblüte und mit Regenwetter gibt es schönere Orte in Tokio zu besichtigen. Zum Beispiel den Hamarikju Park. Wir nahmen uns ein Wassertaxi um in einem traditionellen Teehaus im Inneren des Parks eine Tasse Matcha Tee zu genießen. Der Tee war gut und auch das Am-Boden-Sitzen habe ich irgendwie hinbekommen, aber die Süßspeisen die dazu gereicht wurden, musste ich liegen lassen. Die Japaner mögen es sehr sehr süß. Der Park an sich war auch toll anzuschauen und beherbergt sogar eine über 300 Jahre alte Pinie. Unser Highlight war jedoch im Wasser zu finden. Durch den Park werden Kanäle mit Meerwasser geleitet und so sahen wir auf einer der vielen Brückchen tatsächlich Schildkröten und sogar einen Rochen mitten in der Stadt. Bevor der stärker werdende Regen uns wieder ins Hostel trieb, schlenderten wir auf unserem Rückweg noch etwas durch das Ginza-Viertel.

Für Donnerstag hatten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Rad gebucht. Zum Glück hielt sich das Wetter an die Vorhersage und schenkte uns einen Sonnentag. Mit unserem Guide Aki und unserem einzigen Mitfahrer Alfonso (aus Malaga) fuhren wir kreuz und quer durch den westlichen Teil der Innenstadt. Wir machten mehrere Stopps, allen voran an den Hauptattraktionen Meiji Jingu Schrein und dem Königspalast. Insgesamt radelten wir knapp 24 km ab und hatten jede Menge Spaß dabei. Von Aki bekamen wir im Anschluss noch ein paar Tipps für die nächsten Tage. Unter anderem sollten wir doch einmal ein Maid-Café im Elektronikviertel Akihabara besuchen. Es sollte garantiert nichts Sexuelles dahinter stecken und einfach zum Touristenprogramm gehören. Was wir dann aber am selben Abend mit eigenen Augen in Akihabara sahen, war uns nicht wirklich geheuer. Unzählige Mädchen stehen entlang der Hauptstraße und versuchen die Passanten vor ihrem Café zu überzeugen. Ihre Outfits reichen vom kleinen Schulmädchen bis hin zur Offizierin der russischen Armee. Dabei sind mache so leicht bekleidet, dass es schwer fällt keinen sexuellen Hintergrund zu vermuten. Die ganze Szenerie war sehr bizarr und so entschieden wir uns erstmal wo anders zu essen. Wir lasen nochmals einen Bericht im Internet in dem es ebenfalls als ganz normal dargestellt wurde. Also gut. Wir entschieden uns für eines der MaiDream Cafés (immerhin die größte Maid-Café-Kette) und fuhren mit dem Aufzug in den 3. Stock eines der Hochhäuser. Oben angekommen waren wir nur noch geschockt. Wir wurden sofort an einen der 5 alten Tische gesetzt und bekamen Kätzchenohren in rosa auf den Kopf gesetzt. An den anderen Tischen saßen jeweils ein einziger „Mann“. Diese Typen waren so ekelhaft und dieses ganze „Café“ so schmuddelig, dass wir noch bevor wir was bestellten, beschlossen den Laden wieder zu verlassen. Das hatten die Kellnerinnen wohl so noch nicht erlebt und schauten völlig verwundert als wir ihnen die Ohren in die Hand drückten und wieder im Aufzug verschwanden. Zurück auf der Straße entdeckten wir sogar ein Play-Station-Spiel, dessen Ziel es ist, eine animierte Frau im Bikini an allen möglichen Stellen anzufassen. Die Einstellung der Japaner zur Sexualität liegt der unseren in etwa so fern wie ihr Geschmack für Süßspeisen.

Um die Bilder des Vorabends schnell wieder zu verdrängen, besonnen wir uns lieber wieder auf traditionellere Dinge der Japaner. Der Ueno-Park war somit das Ziel für den Freitag und schon auf dem Weg dahin ergatterten wir das nächste Kunststück für unsere Weltkarten-Wand. Für die, die es nicht wissen, wir sammeln in jedem Land ein Bild oder ähnliches für unsere Wand Zuhause. Ein älterer Herr zeichnete unsere Namen in Kanji-Schrift auf ein weißes Papier und fügte noch das Wort „Liebe“ in der Mitte hinzu. Mit dem guten Stück im Gepäck spazierten wir dann durch den großen Ueno Park, gönnten uns ein Eis zwischen den vielen Kindergartenkindern und fuhren schließlich noch Tretboot. Aber nicht irgendein Tretboot. Nein es musste schon ein rosa Schwan sein für meine Prinzessin. 🙂

Anschließend gaben wir Akihabara noch eine zweite Chance bei Tageslicht. Es waren zwar wieder viele „Maids“ auf der Straße, aber unser Ziel war diesmal die „Super Potato“. Das ist ein Laden über 5 Stockwerke voll mit Retrospielen. Es gab von Pacman bis Supermario alles und noch vieles mehr. Tina versuchte sich sogar an einem der Automaten und ich suchte nach Spieleklassikern für meinen Super Nintendo. Weil Tina aber nicht so ein Spielekind ist wie ich, mussten wir als Ausgleich natürlich noch in ein Modeshoppingviertel. Shibuya heißt eines der vielen Einkaufsviertel und nach einer Reihe an Marken, die  nicht in unserer Preisklasse liegen, konnte ich Tina dort in einem Kaufhaus nur für Frauen abgeben. Ich hatte nun 2 Stunden Zeit mir das Treiben an der berühmten Shibuya Kreuzung anzusehen. Das Besondere an dieser Kreuzung ist, dass es einen Zebrastreifen quer darüber gibt und mit jeder Ampelschaltung sich Massen an Menschen von einer Seite auf die andere durchschlagen. Gerade zu Stoßzeiten ist das ein echtes Schauspiel. Ich gönnte mir einen Caramel Latte im Starbucks und schaute mir die Sache eine ganze Zeit aus dem zweiten Stock des Cafés an. Von da oben sah es gleich noch viel cooler aus und auf einmal fuhr auch eine Gruppe von Kartfahrern vorbei, die sich im Stil von Mariokart verkleidet hatten. Das muss man mal gesehen haben. Tina kam nach erfolgreichem Shopping auch dazu und so konnte sie mal wieder ein Handstandfoto von mir machen. =)

Tinas Shoppingrausch (Zitat: „Hier gibt es so viele tolle Klamotten!“) war noch nicht vorbei, deshalb trennten sich unsere Wege am regnerischen Samstag. Sie zog es wieder nach Shibuya und ich machte mich auf zu einem Aktivmuseum über die Trickfilmserien meiner Kindheit. In der J-World Tokyo suchte ich erfolgreich nach den Dragonballs und flog sogar auf Son Gokus Wolke, ehe ich mit ihm persönlich ein Kamehameha abfeuerte. Man sollte sich das Kind im Inneren ja immer bewahren. 😀

Wiedervereint schlenderten wir noch durch die Takeshida Street. Eine Einkaufsstraße für Animefans. Wirklich sehenswert war dort aber nur des Banner über dem Eingang auf dem man sich selbst wiederfinden konnte.

Zum krönenden Abschluss unseres viel zu kurzen Japanbesuchs genossen wir am Sonntag ein tolles Mittagessen in einem traditionellen japanischen Restaurant früherer Tage. Auch wenn wir nicht immer genau wussten was wir da essen, schmeckte uns fast alles. Nebenbei bekamen wir noch eine kleine Shamisen-aufführung dargeboten. Das ist eine Art Gitarre, mit der Tina und ich sogar noch posieren durften.

Leider war auch dieses tolle Erlebnis bald vorbei und so verließen die Wohlfühloase Japan mit der Gewissheit nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Das nächste mal wollen wir uns unbedingt auch das Umland und die anderen Städte anschauen, denn wir haben nur Gutes von den anderen Reisenden hier gehört. Und auch in Tokio gibt es sicher noch viel mehr zu entdecken. Allein die Veränderungen bis 2020 werden gravierend sein, denn die ganze Stadt putzt sich raus für die olympischen Sommerspiele. Überall wird gebaut und alles auf Vordermann gebracht. Selbst einige Tempelanlagen werden neu gestrichen. Wenn ihr also plant auch mal Japan zu besuchen, dann wartet noch ein bisschen. Es wird sich lohnen.

Beim Flug nach Vancouver überschritten wir die Datumsgrenze. Wir erlebten dadurch einen verlängerten Muttertag und sind nun 9 Stunden hinter euch, anstatt wie vorher 7 Stunden vor euch. Wir haben zwar gleich nach der Landung versucht mit einen Spaziergang durch die Stadt unseren Rhythmus auszustricksen, aber am Montag hat uns der Regen dann doch im Bett bleiben lassen. Jetzt sind wir schon weiter nach Victoria auf Vancouver Island gezogen. Hoffentlich hält sich das Wetter hier auch an die Vorhersage. Heute wollen wir nämlich Wale beobachten und da können wir natürlich kein Regen gebrauchen. Es kann ja nicht angehen, dass ihr besseres Wetter in Deutschland habt als wir. 😉

Esst also bitte alle fleißig auf und drückt uns die Daumen, dass wir ganz viele Riesen der Meere zu Gesicht bekommen. Ob es geklappt hat, lassen wir euch beim nächsten Mal wissen.

 

Bis bald,

Maddin and the Map

 

PS: Der Schnauzer ist weg! ^^

Krokodile, Haie und noch vieles mehr…

Krokodile, Haie und noch vieles mehr…

Hallo ihr lieben Leser,

wie euch der Titel bereits verrät, ist unser Wunsch nach tierischen Erlebnissen in Erfüllung gegangen. Beginnen müssen wir dabei mit einer traurigen Geschichte. Auf der Fahrt von Darwin hinein in den Kakadu-Nationalpark ist mir ein kleines Wallaby vor unser Mietauto gehüpft und hat den Aufprall nicht überlebt. Beim Auto war glücklicherweise nur der Scheibenwischerwassertank gebrochen und wir konnten unseren Trip mit dem gleichen Fahrzeug fortsetzen. Lange hatten wir nicht Zeit den Vorfall zu betrauern, denn es stand der sog. „Yellow-Water-Sunset-Cruise“ an. An Board des kleinen Bootes konnte, vor allem ich mich, wieder entspannen und wir genossen die Fahrt durch die überschwemmte Landschaft des Yellow Water Billabongs. Nur wegen dem hohen Wasserstand war dieses Gebiet überhaupt befahrbar. Kommt man ein paar Wochen später, kann man dort teilweise zu Fuß laufen. Ganz aufgeregt wurden wir alle, als wir das erste Krokodil elegant an der Wasseroberfläche schwimmen sahen. Wirklich beeindruckend wie sich das Reptil lautlos im Wasser fortbewegt. Insgesamt sahen wir sechs Krokodile und viele bunte Vögel auf unserer Fahrt. In der Abenddämmerung durften wir dann sogar noch sog. Jesus-Vogel-Babys durch den Sumpf stapfen sehen. Gerade hatten wir dieses Naturerlebnis verdaut, war auch schon der nächste Tagesausflug geplant. Unsere Gruppe bestand aus zwei älteren Australiern und ihrer Enkelin. In diesen Tag sind wir nicht mit hohen Erwartungen gestartet, denn vom Besucherzentrum wussten wir bereits, dass die Hauptattraktionen wegen des Wasserstandes und der Krokodilgefahr noch gesperrt waren. Zum Glück aber wusste das unser Guide nicht, der gerade selbst erst aus dem Urlaub zurückgekommen war. Eine Schranke konnte ihn nicht von dem Befahren der Straße zum „Gunlom Wasserfall“ aufhalten 😉 So passierte es, dass wir die ersten Touristen in dieser Saison waren, die diesen Wasserfall erkunden durften. Das untere Becken war wegen Krokodilgefahr tabu, deswegen machten wir einen kleinen Aufstieg zum oberen Teil. Dort oben genossen wir die schöne Aussicht und den Blick in ein glasklares Wasser. Das kühle Nass hätte wegen der Hitze wirklich gut getan, aber es bestand immer noch ein kleines Restrisiko, dass sich ein Krokodil auch hier rauf verirrt hat und so entschlossen wir Schisser uns lieber nicht hineinzuwagen. Darüber war unser Guide etwas amüsiert, drängte uns aber nicht. Nach dem Mittagessen kamen wir über ein paar sehr holprige Dschungelstraßen zu einem anderen kleineren Wasserfall. Wieder zeigte sich uns ein traumhafter Fleck Erde und ich entschied mich spontan baden zu gehen. Zugegeben waren vor mir schon drei Australier drin und somit war die Chance eines Krokodilbesuchs sehr gering. Beim Rückweg wäre meine Erfrischung beinahe umsonst gewesen, denn Martin hielt mich gerade noch davon ab in ein riesiges Spinnennetz inklusiver Riesenspinne zu laufen. Eine Schrei- und Schweißattacke wäre dann gewiss gewesen 😉 Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Kunst. Wir besuchten nämlich die Felsenmalereien der Aborigines. Schon irgendwie unreal vor so einem „Gemälde“ zu stehen das mehrere hundert Jahre vorher angefertigt wurde. Mit vielen neuen Eindrücken verabschiedeten wir uns vom Kakadu-Nationalpark und machten uns auf den Weg nach Batchelor (Ort in der Nähe des Litchfield-Nationalparks). Dazwischen stoppten wir an verschiedenen Wasserläufen. Unbedingt wollte Martin nochmal Krokodile sehen. Schließlich gibt es hier mehr davon als Menschen! Leider ohne Erfolg. Ich hingegen kam immer auf meine Kosten, denn wir sahen allerlei Vögel. Meine neue Leidenschaft die Vogelbeobachtung erreichte bei unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit ihren Höhenpunkt. Hunderte farbenfroher Papageien und Kakadus fanden sich zu ihrem Abendessen hier auf dem Campingplatz ein. Aber nicht nur Abends, auch in der Früh gab es ein wildes geflatter, gepfeife und gekreische. Ich genoss es meinen Kaffee in diesem Tumult zu trinken. Der Besitzer musste schon mit mir lachen und sagte zu Martin, ich sei wohl verliebt in die Vögelchen, so seelig wie ich auf meiner Bank sitze und sie beobachtete. Ein toller Start in den Tag, der noch so vieles für uns zu bieten hatte. Als erstes steuerten wir die Hauptattraktion des Litchfield-Nationalparks, die WangiWangi-Falls an. Wieder sahen wir einen schönen Wasserfall, unter dem man aber wegen Krokodilgefahr nicht schwimmen durfte. Immer das selbe in diesem „Top End“ 😉 Dafür beobachteten wir begeistert eine Menge von rothaarigen Fledermäusen in den Bäumen, deren Gezanke sich anhörte wir Kleinkindergeschrei. Die nötige Abkühlung holten wir uns anschließend bei einem Bad in den „Cascades“. Abgekühlt und frisch gestärkt (durch ein leckeres Magnum) waren wir bereit für den Tolmer Fall. Dort gab es nur eine Aussichtsplattform aus der man den Sturz des Wassers von weiter Ferne beobachten konnte. Trotzdem war es ein wirkliches Spektakel, denn am unteren Ende gab es einen Regenbogen und es war einfach nur schön dieses Wunderwerk der Natur anzusehen. Schwer konnten wir unseren Blick lösen, aber wir wussten es gab noch weiteres in diesem Park anzuschauen und zu erleben. Bei den sog. „Buley Rockholes“ erwartete uns ausgelassene australische Sonntagsstimmung. Die Aussies mit Kind und Kegel erfrischten sich in den verschiedenen Wasserbecken und kleinen Wasserfällen entlang des Flusses. Trotz des Trubels fanden Martin und ich unser ganz eigenes Plätzchen für uns allein. Ich fühlte mich wie ein Kind und schwamm, planschte und sprang fröhlich vor mich hin. ;-D Trotzdem mussten wir weiterziehen, um auch den letzten Wasserfall des Tages zu besichtigen. An den Florence Falls war wieder sehr viel los und wir sprangen nur kurz ins Wasser. Unser Auto stand noch auf dem Parkplatz bei den Rockholes. Wir mussten also wieder zurück und entschieden uns für einen kleinen Umweg durch den Dschungel. Auf dem Weg kamen wir uns vor wie in einer perfekt gestalteten Thermenwelt. Neben uns plätscherte ein Flüsschen, außenrum war der Regenwald und wir fühlten die tropische Hitze auf unserer Haut. Wir mussten schmunzeln, denn das war die wirkliche Natur, die zu Hause in den Schwimmbädern versucht wird zu imitieren. Abschließend betrachteten wir noch die perfekten Bauwerke der Termiten. Manche ragten wie Grabsteine aus der Wiese und waren zur Klimatisierung in Nord-Süd-Richtung aufgebaut, andere waren einfach nur mega groß! Dieser Tag im Litchfield-Nationalpark war echt traumhaft. Leider hatten wir keinen weiteren Tag mehr, da am Montag unser Besuch im „Top-End“ endete. Wir bewegten uns total in meiner Komfortzone als wir bereits eineinhalb Stunden vor dem Abflug an unserem Gate waren. Ich schlenderte noch etwas durch die Geschäfte und entdeckte verschiedene Capis, die zu meiner Überraschung nicht so groß aussahen und evtl. meinem Freund passen könnten. Zur Erklärung wir suchten schon seit Monaten nach einer neuen Kopfbedeckung für ihn und er war schon so verzweifelt, dass er sich beinahe einen Lederhut gekauft hätte. ^^ Trotzdem hatte er heute keine Lust und genoss es lieber nach vier Tagen wieder mal W-Lan zu haben. Als schon der Aufruf zum Boarding kam, winkte mir Martin ganz hektisch aus einem Geschäft zu. Natürlich war ihm in letzter Minute eingefallen, doch mal ein Capi zu probieren und schwups bewegten wir uns aus meiner Komfortzone in einen Schweißausbruch. Wie immer schafften wir es trotzdem noch pünktlich mit neuem Capi ins Flugzeug.

Nächste Station unserer Reise war Cairns. In unserem neuen Hostel fühlten wir uns auf Anhieb wohl und entschieden uns eineinhalb Wochen zu bleiben. Wir nahmen uns wirklich vor einfach mal nichts zu machen, ein bisschen unsere Kanada -und USA-Pläne voranzutreiben und ansonsten die Sonne, den Pool und die Hängematten zu genießen. Dieser Vorsatz hielt nicht lange. Nach einem kurzen Plausch mit dem Rezeptionisten Nick buchten wir einen Tauchausflug und für die zweite Woche mieteten wir ein Auto. Aus dem einen Tauchausflug wurden dann zwei und jeden Tag stand irgendwie was anderes auf dem Plan. Ich weiß, wir dürfen uns nicht beschweren, aber Reisen ist manchmal auch ziemlich anstrengend… Manchmal hätten wir gern Urlaub vom Reisen. Haha 😀 Gleich am zweiten Abend in Cairns schleifte uns der bereits erwähnte Nick mit dem Rest des Hostels zusammen in einen Club. Kostenlose Pizza für alle und Drinks für die Ladys waren seine nicht gerade schlechten Argumente. Die Musik war gut und der DJ gab sein Bestes uns zu unterhalten, nur die richtige Stimmung wollte nicht bei uns aufkommen. Es waren einfach so viele Leute schon jenseits von Gut und Böse. Wer nicht betrunken war, das waren die älteren Herren, die versuchten eine der jungen Alkoholleichen abzustauben. Wir wünschten uns diesen Haufen einfach durch unsere Freunde ersetzen zu können. Dann wäre es mit Sicherheit ein super Abend geworden. So suchten wir doch eher schnell das Weite und mussten feststellen, dass wir dieser Szenerie schon entwachsen sind.

Wir genießen mittlerweile einfach lieber die Natur und so stand am Donnerstag endlich wieder Tauchen auf dem Programm. Wir freuten uns sehr auf das Great Barrier Reef und vor lauter Euphorie hat Martin gleich seine Tauchlizenz im Hostel vergessen. Dank des gemütlichen Lifestyles hier, fuhr ihn das Busshuttle einfach nochmal zurück. Man darf dabei aber auch erwähnen, dass in Cairns alles innerhalb von 15 Minuten erreichbar ist. Überpünktlich fanden wir uns auf dem relativ großen Tauch/-und Schnorchlerboot  „Silverswift“ ein. Die Organisation an Board war aber so gut, dass zu keinem Zeitpunkt irgendein Unbehagen unter den vielen Passagieren aufkam. Nach einem netten, kurzen Briefing ging’s ab ins Wasser. Beim ersten und zweiten Tauchgang sahen wir farbenfrohe Korallengärten, bunte große und kleine Fische. Die Unterwasserwelt des äußeren Great Barrier Reef ist schon etwas besonderes, wobei man auch zugeben muss, dass wir einiges an abgestorbenen Korallen gesehen haben. Ein bisschen enttäuscht waren wir trotzdem, da die anderen Gruppen, sogar manche Schnorchler, Schildkröten und Haie gesehen hatten und wir nicht. Das sollte sich im dritten Tauchgang zum Glück ändern. Wir sahen gleich zwei Schildkröten. Die eine konnten wir sehr gut beim Fressen an den Korallen beobachten. Der Tag war gerettet und wir entschlossen uns nach dem Anlegen im Hafen zurück zum Hostel zu spazieren anstatt den Bus zu nehmen. Unser Heimweg führte uns am Meer, der sog. Esplanade, entlang und plötzlich schlenderte uns ein bekanntes Gesicht entgegen. Mickaêl, einer der vier Franzosen, die wir im Outback auf einem Campingplatz kennengelernt haben, war genau so überrascht uns zu sehen. Australien ist einfach zu klein 😉 Die Wiedersehensfreude war sehr groß und so trafen wir uns die nächsten Abende immer wieder mit dem lustigen Quartett, bestehend aus Quentin, Charly, Manon und Micka. Wir schwammen zusammen in der künstlich angelegten Lagune von Cairns, tranken bayrisches Bier oder spielten Fußball (also die Jungs zumindest).

Dass wir beim ersten Tauchtag keinen Hai gesehen hatten, konnten wir nicht auf uns sitzen lassen. Wir buchten für Sonntag gleich nochmal einen Ausflug mit 3 Tauchgängen. Diesmal starteten wir von Port Douglas und mussten wegen der einstündigen Fahrt dort hin bereits um 06:50 Uhr los. Eigentlich waren wir noch ziemlich müde, aber wir hatten einen super, lieben australischen Busfahrer, der uns mit seinen Geschichten die Fahrt und den Morgen versüßt hat. Ganz anders ging es auf dem Boot zu. Alles war sehr hektisch und die Mitarbeiter wirkten eher gestresst. Anfangs war unsere Stimmung unter Wasser auch nicht so toll, denn wir bemerkten schnell, dass die anderen in unserer Gruppe verschiedene Schwierigkeiten hatten. Ein Tauchguide für 8 Taucher ist in dem Fall einfach zu wenig. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren endlich alle am Meeresgrund (knapp 18 Meter tief) angekommen. Wir ließen uns ein bisschen zurückfallen, um dem Gewusel zu entgehen und plötzlich war er da, der erste Hai! Ein ca. 1,5 Meter langer Weißspitzenriffhai. Elegant zog er am Riff entlang an uns vorbei. Als das Tier hinter uns kehrt machte und in unsere Richtung schwamm, schlugen unsere Herzen kurzzeitig ein bisschen schneller. Der Hai selbst störte sich natürlich gar nicht an uns und zog nach einer weiteren Drehung einfach weiter. Martin war so fasziniert, dass er es glatt versäumte ein Foto zu machen. Zum Glück zeigte sich schon beim nächsten Tauchgang ein weiterer Hai. Er lag brav im Sand und wartete auf Beute. Gelassen schwammen wir weiter als ich plötzlich Martin wild gestikulierend bemerkte. Der Hai zog nochmals an uns vorbei und ich hätte ihn beinah nicht gesehen. Diesmal hatte ich die Kamera und drückte auch ab. An dem Tag wollte mir Martin öfter etwas zeigen und ich wurde ein paar mal nicht auf ihn aufmerksam. In seinen Augen sah ich wie ihn das störte, warum ich denn nicht auf sein Klopfen, Winken, etc. reagierte!?  Da musste ich einfach lachen. Meinen Freund unter Wasser diskutierend zu sehen war einfach zu witzig ;-D

Ab Montag wollten wir auch noch das Festland um Cairns erkunden und mieteten mal wieder ein Auto für unsere Unternehmungen. Ohne kommt man hier in Australien einfach nicht weit. Noch ziemlich erledigt vom Tauchen und anschließenden Beachvolleyballspielen ging bei uns alles ein bisschen langsamer. Wir rafften uns trotzdem auf und fuhren zu den Crystal Cascades. Der Name ist Programm. Kristallklares Wasser mitten im Regenwald. Deshalb sahen wir vom Weg aus sogar eine kleine Wasserschildkröte. Es regnete leider ein bisschen, aber dadurch war das Erlebnis Regenwald noch authentischer. Das kann man gar nicht so einfach beschreiben… Es fühlte sich an wie in nem Tropenhaus nur viel größer 🙂 Den sehr müden Martin schleppte ich dann noch zu den Barron Falls. Mehr war aber für heute nicht mehr drin. Zurück im Hostel schliefen wir sofort ein. Natürlich war schon noch was drin. Unsere Franzosen hatten Arbeit an einem Haus gefunden, bei dem sie auch übernachten konnten und wir wollten uns noch von ihnen verabschieden. Mit Eis und Bier bewaffnet fuhren wir zur uns beschriebenen Adresse. Dort war ein riesen Eingangstor, aber keine Klingel. Wir versuchten es mit Klopfen und riefen ihre Namen. Nichts rührte sich. Komisch. Es war schon nach acht Uhr abends, trotzdem wussten wir uns nicht besser zu helfen und wir hupten kurz. Endlich gingen Lichter an und jemand kam zur Tür. Leider waren es nicht Micka, Quentin oder Charly. Nein, es waren die Arbeitgeber unser französischen Freunde. Wie peinlich! Ich traute mich gar nicht ins Haus, aber Martin kam 5 Minuten später mit der richtigen Adresse wieder heraus und das australische Ehepaar schien es gelassen zu nehmen. Trotzdem hatte „Micka the Mistake“ seinen Spitznamen weg, da er derjenige war, der uns die falsche Adresse gegeben hatte. Der Abend sollte sehr lustig weitergehen und wir verabschiedeten uns am Ende nicht ohne Wehmut von unseren vier französischen Freunden. Der Dienstag bestand hauptsächlich aus Wasserfällen. Wir fuhren eine große Runde im Süden von Cairns, die auch von den Touristenbussen abgefahren wird. Das Wetter spielte nicht ganz mit, aber an den Milla Milla Falls ließen wir uns ein Bad trotz der kühlen Temperaturen nicht nehmen.

Ab Mittwoch führte unser Weg raus aus Cairns um abschließend die letzten Tage im Daintree-Nationalpark zu verbringen. Auf der Fahrt hoch bis zum Cape Tribulation (Ort an dem Regenwald und Great Barrier Reef aufeinandertreffen) gab es einige kurze Spaziergänge durch den Regenwald inkl. Schwimmgelegenheiten. Ins Meer durfte man hier trotz schöner Strände allerdings nicht, da es die Heimat von Krokodilen und den gefürchteten Würfelquallen ist. Das Highlight war sowieso ein ganz anderes: wir haben tatsächlich eine Schlange gesehen! Als ich sie entdeckt habe, sprang ich Martin hysterisch an den Hals und kriegte mich gar nicht mehr ein, weil ich sie so eklig fand. Martin hingegen bewunderte sie und fühlte sich ganz geehrt dieses „schöne“ Lebewesen in freier Natur beim Sonnenbaden zu sehen. Für die Naturfreunde unter euch sei gesagt, dass es sich um eine rotbauchige Schwarzotter handelte, die zu den 10 giftigsten Schlangenarten zählt. Martin wusste das und so drehten wir lieber um als uns ihr weiter zu nähern.

Ein weiteres Highlight war Martins Tarzansschwung ins kühle Nass, aber seht selbst…

 

Von Freitag bis Montag waren wir ein zweites Mal in Sydney (Shitney), wobei der Besuch keinen Reisemehrwert brachte. Martin war 3 Tage in der Bücherei, um unsere Pläne für die USA zu vollenden. Und ich? Mich hat eine Erkältung ans Hostelbett gebunden. Sydney und ich werden einfach keine Freunde mehr.

Seit gestern früh um 6 Uhr Ortszeit (vorgestern 23 Uhr MEZ) sind wir nun in Tokio und mir geht es auch wieder etwas besser. Die Stadt Tokio hat es uns schon jetzt angetan. Es ist mal wieder was ganz anderes, aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

 

Liebe Grüße aus dem Land des Lächelns,

Eure Weltenbummler