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Monat: April 2017

Sydney, Melbourne und ab durch die Mitte

Sydney, Melbourne und ab durch die Mitte

Hallo ihr Osterhasen!

Wir hoffen ihr hattet ein paar schöne Feiertage. Bei uns gab es Knoppers und Toffifee von unserem Hasen namens „Aldi“.  Außerdem haben wir nun schon mehr als 2 Wochen den roten Kontinent bereist und wollen es nicht versäumen euch von unseren Erlebnissen zu berichten.

Dass unser Australienbesuch in Sydney begann, sollte der treue Leser bereits wissen. Dort wollten wir Franzi (Tinas Reisefreundin aus ihrer ersten Australienreise) und das Pärchen Ina und Dylan (haben wir in Thailand getroffen) wiedersehen. Ansonsten hatten wir noch keine großen Pläne gemacht und so starteten wir unseren ersten Tag gemütlich mit Frühstück im Hostel. Dabei lernten wir Philina, eine ebenfalls deutsche Backpackerin, kennen und wir beschlossen den coastal walk vom Coggee zum berühmten Bondi Beach zu machen. Der ca. 3-stündige Spaziergang führte von einer Bucht mit Traumstrand zur Nächsten. Da Samstag war und die Sonne ihr Bestes gab, war entsprechend viel los. Das war aber keineswegs störend, denn so konnten wir das bunte Treiben Sydneys und vor allem die vielen Surfer und anderen Sportler hautnah mit erleben. Am Bondi Beach schmissen wir uns sogar in die Wellen. Diese hatten eine solche Kraft, dass es uns mehrmals richtig durchspülte.  Zum Abschluss des Tages zog es uns zu den beiden Wahrzeichen der Stadt. Die Habour Bridge und das Opera House zeigten sich ebenfalls von ihren Schokoladenseiten. Der Sonntag sollte uns in die Blue Mountains außerhalb von Sydney führen. Wobei außerhalb dabei ziemlich weit weg bedeutet (ca. 160 km). An Sonntagen zahlt man in Sydney nur 2,50 Dollar für alle Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und so entschlossen wir uns die 2,5-stündige Zugfahrt auf uns zu nehmen. Ziel waren die Wentworth Falls und der National Pass durch den Blue Mountain Nationalpark. Ausnahmsweise hatten wir uns vorher nicht schon bei Herrn „Google“ umfangreichend informiert und waren deshalb schwer beeindruckt von der Schönheit, die sich uns auf dem Wanderweg zeigte. Der National Pass führte entlang der teils überhängenden Sandsteinklippen und bot immer wieder atemberaubende Ausblicke. Die nächste Überraschung erwartete uns auf dem Rückweg zum Zug als wir noch durch eine Wohnsiedlung liefen und es nur so von Kakadus und Papageien wimmelte. Die insgesamt 5 Stunden Zugfahren an diesem Tag haben sich also definitiv gelohnt. Damit war der Tag aber noch nicht zu ende. Ina und Dylan zeigten uns noch ihre Lieblingseisdiele, in der wir einige schöne Stunden verbrachten. Das Eis war lecker, aber der Regen prasselte nun gegen die Fensterscheiben. Dieser sollte die nächsten Tage anhalten und so konnten wir Sydney nicht weiter in vollen Zügen genießen. Wir hatten zwar noch einen sehr schönen Brunch mit Franzi am Montag, aber den Rest der Zeit haben wir in der Bibliothek verbracht, um euch von Neuseeland zu berichten und unser weiteres Vorgehen zu planen.

Das Ergebnis der Planungen war ein Flug nach Melbourne am Mittwoch. Da im Süden bis zum Sonntag besseres Wetter gemeldet war, entschieden wir gleich vom Flughafen ein Auto zu mieten und zunächst die Great Ocean Road abzufahren. Die Stadt musste warten und so fuhren wir am ersten Tag gleich bis nach Torquay, den Startpunkt der Great Ocean Road. An einem Tag ging es die 260 km lange Küstenstraße bis nach Warrnambool entlang. Man könnte sich gut und gerne 2 Tage dafür Zeit nehmen, aber auch so reichte die Zeit um Koalas, einen Ameisenigel, die berühmten 12 Apostel und einen wunderschönen Sonnenuntergang zu bewundern. Nach der atemberaubenden Natur Neuseelands waren wir von der Great Ocean Road an sich nicht so überwältigt. An den Hauptattraktionen geht es viel zu touristisch zu. Das Gefühl für die tolle Natur will sich einfach nicht einstellen, wenn 100 Leute nebeneinander ihre Selfies vor den Felssäulen machen. Wenn man sich aber im Nachhinein die Fotos anschaut und vor allem an die süßen Tiere zurückdenkt, merkt man erst welch ein tolles Erlebnis es war, das wir nicht missen wollen. Am Freitag fuhren wir weiter in den Grampians Nationalpark. Dort angekommen klapperten wir gleich einen Großteil der Sehenswürdigkeiten des Parks ab. Zuerst ging es zu den MacKenzie Falls, die mit einem kleinen Regenbogen für uns aufwarteten. Als zweites waren die sog. Balconies dran, auf denen wir unsere Blicke in die Ferne schweifen ließen und ein endloses Fotoshooting veranstalteten. Gar nicht so einfach den perfekten Schuss in einem Bild festzuhalten, aber Tina hat es geschafft. 😉

Als Abschluss wollten wir noch die Silverband Falls anschauen und waren ziemlich erstaunt über das Rinnsal, welches als Wasserfall verkauft wird. Wir bauten ein Steintürmchen im trocken Flussbett, um irgendetwas bestaunen zu können  und machten uns auf den Rückweg zum Auto. Plötzlich packte mich Tina am Arm. Da standen keine 10 Meter entfernt zwei Rehe und grasten gemütlich vor sich hin. Wir schlichen uns vorbei, um die Zwei nicht aufzuschrecken und als wir gerade unseren Schritt beschleunigen wollten, schaute uns ein Känguru vom Flussbett her verdutzt an. Auf den letzten Metern zu unserem kleinen Fiat erblickten wir sogar noch ein Wallaby in einiger Entfernung. Die anzutreffende Tierwelt in Australien ist einfach wunderbar. Leider haben wir in der Zeit hier auch viele tote Tiere auf den Straßen gesehen, aber das gehört eben auch dazu. Am Samstag haben wir noch eine Wanderung zum Pinnacle gemacht und wären gerne länger in dem gemütlichen Örtchen Halls Gap geblieben, aber wir mussten das Auto abends in Melbourne abgeben. Mit Erreichen der Stadt erwischte uns auch wieder der Regen. Das Wetter in Australiens Städten ist anscheinend nicht ganz auf unserer Seite. Jedenfalls haben wir Dank des Regens nicht so viel von Melbourne gesehen, wie wir gerne hätten. Wir mussten uns erstmal klar werden wo es nach Melbourne für uns hingehen sollte. Deshalb verbrachten wir fast den ganzen verregneten Sonntag damit alle möglichen Szenarien durchzuspielen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass Reisen manchmal verdammt anstrengend ist? 😉 Sei es drum. Am Abend waren wir mit Marco und Maddie (dem Pärchen, welches wir beim Wandern in Neuseeland kennengelernt hatten) indisch Essen und hatten einen schönen Abend zu viert. Am Tag darauf durfte ich alleine ins Museum von Melbourne und Tina musste in der Bibliothek noch ein paar Planungen vorantreiben. Weit sind wir beide nicht gekommen, aber zumindest habe ich meine Dinosaurier und das riesige Blauwalskelett gesehen.

Schneller als gedacht, startete nämlich am Nachmittag unser nächstes Abenteuer. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass wir keinen wirklichen Plan für die restlichen Wochen hier hatten und so entschlossen wir uns kurzerhand eine Überführung eines Geländewagens von Melbourne nach Darwin zu machen. Ziel war es dabei den Uluru / Ayers Rock im Zentrum Australiens zu besuchen ohne die extrem hohen Kosten für die Flüge nach Alice Springs zu zahlen. Wegen der Osterferien gehen die Flugpreise hier nämlich gerade durch die Decke. Wir fuhren raus zum Vermieter Britz und hatten 8 Tage Zeit um das Auto in Darwin abzuliefern. 8 Tage klang super und Camping hatten wir in Neuseeland ja auch liebgewonnen. Vor Ort kamen aber ein paar Überraschungen auf uns zu. Erstens: der Geländewagen war nagelneu (31 km auf dem Kilometerzähler). Bloß keinen Kratzer rein machen! Zweitens: statt dem erhofften Dachzelts, bekamen wir ein 4-Mann-Zelt zum Aufbauen auf dem Boden. Viel Zeit zum Nachdenken blieb uns eh nicht, also los. Natürlich nicht ohne vorher noch einen Einkauf zu machen, mit dem man eine ganze Fußballmannschaft über eine Woche satt bekommen hätte. Tinas Angst vor dem Hunger ist stärker als jede Vernunft. 😀 Vollgepackt mit vielen Sachen, die das Leben schöner machen, begann unseren Roadtrip einmal mitten durch diesen riesigen Kontinent. Gleich in der ersten Nacht mussten wir dann im Dunkeln und ohne Anleitung das Zelt aufbauen. Wir hatten noch nicht den Gummihammer im Auto gefunden und der Boden ließ die Heringe nur zur Hälfte versinken. Dementsprechend windig war die ganze Sache und führte dazu, dass wir das Zelt nur noch zweimal während der ganzen Tour aufbauten. Die restlichen Nächte schliefen wir einfach im Auto, was dank Matratze und Schlafsack überraschend komfortabel war. Bis zum Uluru mussten wir knapp 2.300 km zurücklegen und man darf hier ja nur 110 km/h fahren. Unser Ziel war es am Donnerstag zum Sonnenuntergang dort zu sein. Deshalb fuhren wir die ersten Tage fast ununterbrochen. Am Mittwoch ratterten wir stolze 1.101 km runter und kamen Donnerstag Mittag überpünktlich auf dem schönen Campingplatz im Zentrum an. Den Sonnenuntergang verfolgten wir in unseren Campingstühle aus der ersten Reihe. Bei Toffifee und Zitronenlimonade bewunderten wir die Farbveränderung des heiligen Felsen von gelb über orange zu glutrot bis hin zu dunkelgrau. Am Freitag machten wir uns gleich in der Früh wieder auf den Weg, um auch den Sonnenaufgang zu sehen. Leider waren Tina und ich über die Wahl der Perspektive ausnahmsweise mal nicht im Einklang und so schauten wir eher trotzig nebeneinander der Sonne beim Aufgehen zu. Gerade als ich diese Zeilen schreib, müssen wir beide sehr darüber lachen. Welches Paar kann schon von sich behaupten, seinen einzigen „Streit“ der letzten 4 Monate vor so einer Kulisse ausgetragen zu haben. 😛

Schnell war alles wieder im Lot und wir spazierten friedlich zum Felsen, um ihn aus der Nähe zu betrachten. Für Tina war es ja bereits das zweite Mal am Ayers Rock. Sie hatte damals ganz sicher nicht geglaubt, dass sie so schnell wieder an diesen ungewöhnlichen Ort kommen würde. Freilich ist es diesmal eine ganz andere Art und Weise das rote Zentrum zu bereisen. Damals ist sie nämlich mit dem Flieger nach Alice Springs gekommen. Jetzt jedoch ließ uns jeder zurückgelegte Kilometer die Weite dieses Landes noch intensiver spüren. Auch die Freundlichkeit, die bei Campern untereinander herrscht, ist etwas sehr Besonderes. Wir haben das schon in Neuseeland gespürt und auch hier ist es wieder so. Egal auf welchen Campingplatz (ob klein oder groß) wir waren, immer sind nette Leute um einen und manchmal entwickelt sich auch ein tolles Gespräch mit den jeweiligen Nachbarn. Jeder grüßt jeden und man hilft sich gegenseitig ganz gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion. So übernachteten wir einmal neben 4 Franzosen und hatten einen tollen Abend alle zusammen.

Ich wünschte mir, die Welt wäre ein riesiger Campingplatz!

Auch die Fahrt weiter nach Darwin war ein Erlebnis für sich. Die Landschaft änderte sich von roter Wüste zu grünem Regenwald. Zu den vielen Bussarden entlang des gesamten Weges, gesellten sich nun auch ein paar größere Echsen. Die teilweise 1,5 Meter großen Reptilien sonnten sich auf der Straße, aber entweder waren wir zu schnell dran vorbei oder die Echse zu schnell weg, als dass ich sie genauer hätte betrachten können. Am letzten Tag hat Tina als unschönes Highlight leider eine Schlange überfahren. Insgesamt waren die 4.307 km aber eine schöne Reise und keinesfalls langweilig, zumal wir als Muntermacher Hörbücher an Bord hatten. Von Don Winslow bis Winnetou und Disneys Pocchahontas war alles so unterhaltsam, dass die Fahrten wie im Flug vergingen.

So sind wir nun seit Montag in Darwin angekommen und haben nicht nur einen Sprung auf der Landkarte gemacht, sondern auch auf dem Thermometer. 20 Grad trennen uns nun vom 13 Grad kalten Melbourne. Gerade richtig, um unsere Reise mal etwas zu entschleunigen und im Hostel mit Pool abzuhängen. Sogar Champions League konnte ich hier heute Nacht sehen. Mein Dank gilt an der Stelle Raphael. Die live WhatsApp-Videoübertragung von München nach Darwin hat super geklappt. Nur der Ausgang war nicht nach unserem Geschmack. 🙁 Morgen ziehen wir dann aber weiter. Mal wieder mit dem Auto wollen wir in die Nationalparks Kakadu und Litchfield. Dort bekommen wir hoffentlich noch mehr Tiere vor die Linse, wobei wir natürlich auch einen gewissen Abstand zu den über 350.000 Krokodilen hier (mehr als Menschen) halten werden. Am Montag fliegen wir nach Cairns, um zum Abschluss von Australien auch dem Great Barrier Reef einen Besuch abzustatten, bevor es uns am 08. Mai von Sydney aus weiter nach Tokio zieht.

So jetzt seid ihr wieder auf dem Laufenden und wisst worauf ihr euch im nächsten Beitrag freuen könnt. Bis dahin, bleibt gesund, munter und menschlich zueinander!

 

Eure Weltenbummler

 

 

Grün, Grüner, Nordinsel

Grün, Grüner, Nordinsel

Wow! Fast 6.500 km haben wir in unseren 32 Tagen Neuseeland zurückgelegt. Unser „Black Sheep“ (Toyota Granvia) ist uns in der Zeit sehr ans Herz gewachsen und so waren wir etwas traurig unsere lieb gewonnen vier Wände in Christchurch hinter uns lassen zu müssen. Mittlerweile sind wir nämlich schon in Sydney und haben das Campingleben wieder gegen das Hostelleben eingetauscht. Da wir euch aber noch den Bericht von der Nordinsel schuldig sind, erzähl ich euch einmal, wie die vielen Kilometer zusammengekommen sind…
In Wellington empfing uns ein rauer Wind, Regen und ein Parkplatzdesaster. Ich weiß nicht wie lange wir durch irgendwelche Einbandstraßen gefahren sind, um endlich einen geeigneten Standort für unser Gefährt zu finden. Schlappe 4 $ die Stunde durften wir für den hart erkämpften Parkplatz in den Automaten schmeißen. Zu meiner Nervenberuhigung gab’s dann erstmal ein leckeres indisches Essen und für Martin Sushi in einem sehr schnuckeligen Food Court. Nach einem kurzen Wettercheck, haben wir uns schnell darauf geeinigt, dass wir als nächstes das sog. Tongariro Crossing machen wollen. Diese alpine Tageswanderung gehört zu den Hauptattraktionen des Landes und nicht wenige behaupten, es sei die schönste Tagestour der Welt. Deswegen hielten wir uns nicht lange in der Hauptstadt auf und fuhren in Richtung Tongariro Nationalpark. In der Touristeninformation haben wir ein Shuttle für den nächsten Tag gebucht, dass uns um 07 Uhr morgens vom Parkplatz am Endpunkt zum Startpunkt der Route bringen sollte. Gesagt, getan. Pünktlich um 05:50 Uhr standen wir auf einem kleinen Parkplatz im Tongariro Nationalpark und warteten auf den Bus. Ihr fragt euch warum wir dort so früh waren!? Ganz einfach, weil viele Touristen auf das gute Wetter für die Wanderung gewartet haben und es nur sehr begrenzt Parkmöglichkeiten gibt. Die Dame von der Touristeninfo hatte uns schon vorgewarnt und mehrmals betont früh dort zu sein. Sie sollte auch Recht behalten, denn gefühlt nach 30 Minuten stand wirklich jeder kleine Fleck mit Autos voll. Insgesamt kam man sich bei der Wanderung eher so vor als hätte man eine Pilgerfahrt gebucht. Immer lief jemand vor einem oder wollte hinter einem vorbei. Den ersten Teil des Weges war ich wirklich genervt und habe mich gefragt was das heute noch werden soll. Nach den sog. „Teufelsstufen“ konnte man einfach den Weg weiter gehen oder den aus „Herr der Ringe“ bekannten „Schicksalsberg“ / „Mount Doom“ besteigen, was einen Umweg von 3 Stunden bedeutete. Klar scheuten wir die Herausforderung nicht und wollten mal in einen Vulkankrater schauen. Ich kann euch sagen, dass es die dümmste Entscheidung auf unserer bisherigen Reise war. Da hoch gibt es natürlich keinen offiziellen Weg und so bewegten wir uns auf unbefestigten Geröllmassen steil nach oben. Ständig in der Angst von einem losgetretenen Stein der Vordermänner getroffen zu werden oder selbst etwas loszutreten, macht das einfach keinen Spaß. Am Ende wurde es dann nochmal so richtig hart als uns der Wind mit 50 km/h um die Ohren blies. Oben angekommen blickten wir in ein graues unspektakuläres Gesteinsloch und machten uns ziemlich enttäuscht sofort auf den Rückweg. Der Abstieg war etwas einfacher, da man sich über das Geröll nach unten gleiten lassen konnte. Trotzdem wollte ich jedem der uns entgegen kam am liebsten zuschreien: „Dreht einfach wieder um und nehmt für dieses graue Loch nicht diesen besch… Weg in Kauf!!!“ Auf der restlichen Strecke kam man sich ein bisschen wie auf einer Erkundungstour eines fremden Planeten vor. Schwefelgeruch hing in der Luft und zwischen karger Landschaft tauchten plötzlich türkisblaue Seen auf und sogar der „Mount Doom“ zeigte sich aus einer anderen Perspektive von seiner schönen Seite. Aus verschieden Ecken dampfte es aus der Erde und Martin stellte fest, dass wir wirklich auf einer kleinen Herdplatte leben 😉 Je näher man dem Ende kam umso grüner wurde es und zum Abschluss ging es durch einen kleinen Regenwald mit Wasserfall. Nach 9 Stunden war der Abstecher in eine andere Welt beendet und ich lag fix und fertig im Camper! An dem ganzen Tag wollte sich leider das entspannte Wandergefühl, wie wir es auf der Südinsel gespürt haben, wegen der Menschenmassen nicht bei uns einstellen. Wenn man aber die Bilder dazu betrachtet, kann man die Faszination für diesen einzigartigen Wanderweg trotzdem gut verstehen.
Bei unserer anschließenden Fahrt nach Waitomo tauchten wir wieder in eine völlig neue Welt ein. Wir waren auf einmal umgeben von lauter saftig grünen Hügeln, die als Weideland für Schafe und Kühe dienen. So weit das Auge reicht war es schön grün und wir konnten diese Naturveränderung nicht wirklich glauben. Für uns macht dies auch einen großen Teil der Faszination Neuseeland aus. Man sitzt im Auto fährt gemütlich von A nach B und fühlt sich wie in mitten seiner eigenen Naturdokumentation. Wir würden es jederzeit wieder mit dem Camper so machen.
In Waitomo wurde meinem Körper keine Pause gegönnt sondern wir seilten uns 27 Meter in eine Höhle ab. Dort angekommen wateten wir einen kleinen Fluss entlang, um uns später mit großen Reifen von der Strömung treiben zu lassen und uns mit unseren Neoprenanzügen durch enge Gesteinsspalten zu quetschen. Als Höhepunkt machten wir auf einer kleinen Sandbank im Inneren Halt. Wir saßen im Dunkeln, hörten nur den Fluss und konnten Millionen von Glühwürmchen über unseren Köpfen bewundern. Ein toller Moment! Zum Schluss durften wir dann die 27 Meter wieder selber raufklettern und konnten endlich wieder die Wärme der Sonne spüren.
Weiter ging es vorbei an Auckland nach Whangarei. Geplant hatten wir dort eigentlich noch nichts. In der Touristeninfo mussten wir aber gleich wieder feststellen, was Neuseeland noch alles zu bieten hat! Deswegen hieß es richtig früh aufstehen (3:30 Uhr) und im Dunkeln auf den Mount Manaia wandern. Wir genossen dort einen traumhaften Sonnenaufgang in einer märchenhaften Kulisse. Für Martin und mich war das ein besonderer Moment auf unserer gemeinsamen Reise, da wir beide noch nie so bewusst einen Sonnenaufgang erlebt hatten. Sehr gut gelaunt, machten wir noch einen entspannten Spaziergang zur sog. Smuggler-Bay. Zum ersten Mal in Neuseeland schmissen wir uns ins Meer und durften gleich die Kraft der Wellen spüren.
In diesem Sinne bestiegen wir am Tag darauf ein Boot im kleinen Hafen von Tutukaka. Wir wollten schließlich noch die andere Seite von Neuseeland sehen, nämlich die Unterwasserwelt. Bei der Inselgruppe die „Poor Knights“ hielten wir an zwei verschiedenen Tauchplätzen. Im Vergleich zu Thailand war bei unseren Tauchgängen hier alles etwas anders… Zu Beginn mussten wir uns in dicke Ganzkörper-Neoprenanzüge zwängen (was ich gleich mal falsch rum machte und deswegen zweimal das Vergnügen hatte. Haha.). Dann tauchten wir zum ersten Mal in Kaltwasser und das Seegras, was uns unter der Oberfläche empfing war ungewohnt. Trotzdem konnten wir wieder viele schöne bunte Fische und Korallen beobachten. Zudem hatten wir zwei wirklich witzige Tauchguides dabei. Der eine spielte sogar eine Szene aus Harry Potter vor und flog auf seinem Besen (=Seegras) unter Wasser durch die Gegend. 😉 Am Ende des ersten Tauchgang durfte ich sogar einen Stachelrochen sehen. Martin hat das elegante Tier leider verpasst.
Natürlich müssen wir auch zugeben, dass es auf der Reise solche Tag gibt und auch mal andere. Diesen anderen Tag erlebte Martin am Tag darauf. Nach dem Aufstehen tritt er in Entenkot, beim Versuch eine Höhle auf eigene Faust zu erkunden stürzt er, sein Onlinebankingaccount wird grundlos gesperrt und schlussendlich kommen wir so spät auf der Halbinsel „Coromandel“ an, dass wir zu der Cathedral Cove joggen müssen, um noch ein bisschen was zu sehen. Zum Glück sind solche Tage sehr sehr selten und zumindest einer von uns kann sich darüber meist amüsieren… im oberen Fall ich, da alles wirklich nicht so schlimm war 😉 Zum Ärgern bleibt eh keine Zeit, da schon wieder der nächste schöne Programmpunkt am Plan steht. White Water Rafting auf dem Kaituna River bei Rotarua. Nach einer kurzen Einweisung schlängelten wir uns den Fluss entlang und durften sogar ein kleines Bad bei einer kreisförmigen Strömung nehmen. Der Höhepunkt aber war das Befahren des höchsten kommerziell befahrbaren Wasserfalls der Welt. Unser voll besetztes Boot mit acht Mann stürzte den 7 Meter hohen Okere Wasserfall runter. Man bekommt vom Wasserfall an sich nicht wirklich was mit, aber zumindest haben wir jetzt einen Eindruck wie sich unsere Wäsche im Schleudergang fühlen muss. Wir überschlugen uns und wurden einmal kräftig durchgespült. Am Ende saß aber jeder wieder strahlend und wohl behalten im Boot. Zur Entspannung nach so einer wilden Fahrt suchten wir uns einen gemütlichen Campingplatz an einem See. Den verließen wir am nächsten Tag wieder, um ein paar Naturschauspiele zu bewundern und sogar selbst zu spüren. In der Nähe von Rotarua schauten wir uns einen großen speienden Geysir und brodelnde Matschlöcher an. Martins Theorie, dass wir auf einer Herdplatte leben wurde wieder mal deutlich sichtbar ;-). Zum Abschluss unserer kleinen Rundfahrt machten wir Halt an einer kleinen Flussgabelung. Dort fließen eine kalte und eine heiße Strömung zusammen. Man konnte für sich selbst entscheiden, welche Temperatur einem am besten gefiel oder zwischen heiß und kalt hin und her wechseln. Ein bisschen fühlten wir uns wie bei einem Saunagang. Nachdem wir unseren Campervan in der Nähe von Taupô abgestellt haben, machten wir einen kleinen Abendspaziergang zu den Huka Falls. Martin war den ganzen Weg durch ein Waldstück amüsiert von meinem Schuhwerk (FlipFlops) und so kamen wir fröhlich gestimmt an dem so beeindruckenden Wasserfall an. 200.000 Liter pro Sekunde reisendes Wasser fließt da runter. Was für ein Tagesabschluss.
Eigentlich wollte Martin mit mir am nächsten Tag unbedingt eine riesen „Bungyschaukel“ den sog. Giant Swing ausprobieren, aber zum ersten Mal auf der Reise legte ich ein Veto ein und wir fuhren stattdessen wieder Richtung Wellington. Wir hatten nämlich noch zwei Dates mit der Südinsel oder besser gesagt mit dem Abel Tasman Nationalpark und mit Kaikoura. Und da das Wetter auch mitspielte, nahmen wir zum zweiten mal die Fähre, um wieder auf die Südinsel zu kommen. Unser Black Sheep brachte uns über die nicht ganz einfache Serpentinenküstenstraße von Picton nach Kaiteriteri an den Rand des Abel Tasman. Den Park selber kann man nur ohne Auto erkunden, da es dort keine Straßen gibt. Wir haben uns zunächst für das Kajak entschieden. Unsere Vormittagstour führte entlang der tollen Küstenlandschaft, in natürliche Höhlen und in eine Lagune, die nur bei Flut befahrbar ist. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Wassertaxi zum Anchorage-Beach und machten eine kleine Wanderung ins Innere des Parks zu den Cleopatra-Pools. Diese waren insgesamt nicht so beeindruckend, aber wegen Martins Sprung ins eiskalte Nass und die natürliche Rutsche waren sie es wert! Unser Abendessen genossen wir mit unserem Campervan mit Blick aufs Meer und machten uns anschließend auf eine anstrengende Nachtfahrt Richtung Kaikoura. Wir wollten noch so weit wie möglich kommen, um nicht die ganze Strecke am nächsten Tag fahren zu müssen. Seit dem Erdbeben im November ist die eigentlich kürzere Strecke über den Highway 1 nördlich von Kaikoura nicht mehr passierbar. Und zu unserem Unglück wurde auch der Teil zwischen Kaikoura und Christchurch genau in dem Zeitraum für Bauarbeiten gesperrt. Deshalb musste der gesamte Verkehr, zu dem Nachts vor allem LKWs mit Holz und Baumaschinen zählen, durch die Inlandsroute rollen. Wir mittendrin statt nur dabei. Nach 470 km, gefühlt 1.000 LKWs und doppelt soviel Baustellen sind wir am nächsten Tag dann aber frühzeitig in Kaikoura angekommen. Leider war einer schon vor uns da, und zwar der Nebel! Anstatt traumhaften Meerblick sahen wir weiße Wände an uns vorbeiziehen. Wir ließen uns davon nicht beeindrucken und gingen nach dem Mittagessen am Strand entlang. Für Martin endete unser Weg mit einem nassen Fuß. Das passiert, wenn man auf die Freundin hört und ohne Furcht einen zu großen Sprung wagt. Zu meiner Verteidigung muss ich aber auch erzählen, dass er nicht wirklich gesprungen ist, sondern wegen der Kiesel am Boden einfach weitergelaufen ist. Für uns beide endete diese Aktion in einem Lachanfall. Das Video dazu ist Gold Wert. 😀 Da sich trotzdem teilweise der blaue Himmel durchkämpfte, wagten wir noch einen weiteren Spaziergang zum „Robbenstrand“. Erst liefen wir auf den Felsenplateaus herum und waren enttäuscht nur ein paar der Tiere aus der Ferne beobachten zu können. Wir gingen weiter und sahen gut getarnt das erste Exemplar faul vor uns liegen. Man musste wirklich aufpassen nicht auf die Robben selbst zu treten, da sich ihr trockenes Fell den Felsfarben angepasst hat. Und dann machte es plötzlich Plitsch, Platsch und es war um mich geschehen 😉 Ein Prachtkerl von Robbe ist neben mir aus dem Wasser gehüpft und posierte in aller Seelen Ruhe für unsere Kamera. Immer wieder hoppelte der Kollos weiter vom Wasser weg in unsere Richtung. Leider wurde der Himmel immer grauer und irgendwann konnten wir gerade noch den Weg vor uns sehen. Es war also Zeit zum Campingplatz zu fahren und unser Essen zu kochen. Im strömenden Regen lagen wir abends in unserem Bettchen und konnten nur hoffen, dass sich das Wetter bis morgen änderte. Und so war es auch. Als ich aufstand empfing mich die Sonne. Während Martin duschen war, besuchte ich den Strand der direkt vor unserer „Haustür“ lag. Ich war allein in der Bucht und schaute zu, wie die Nebelschwaden davonzogen. Getoppt wurde der Anblick noch von ein paar Delfinen, die immer wieder ihre Flossen zeigten und in Ruhe ihren Tag starteten. So wie ich eben auch. Nach einem leckeren Frühstück mit Rührei fühlte ich mich stark genug für eine Partie Minigolf. Diese Stärke verlies mich schnell wieder und ich verlor wie immer gnadenlos gegen Martin. Zum Glück waren wir nicht zum Golfen hier hergekommen, sondern um mit Robben zu schwimmen. Mit kleinen Abstechern über die Sandy Bay und einem Lookout über die Bucht von Kaikoura, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Während der Fahrt hielt Martin immer wieder Ausschau nach Delfinen. Gerne hätte er auch mal welche entdeckt, aber die nun wieder aufkommende Nebelglocke machte das unmöglich. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir schon, dass unser letztes Abenteuer in Neuseeland wohl nicht stattfinden wird. So war es dann leider auch. Die Gruppe vor uns hatte schon kein Erfolg mit den Robben und deshalb wurde unsere Tour gänzlich abgesagt. Schade, aber besser als hätten sie uns rausgeschickt und wir hätten nichts gesehen. Also zurück Richtung Christchurch. Gemächlich tuckerten wir wieder zurück über die Inlandsstraße, vorbei an vielen Baustellen und immer gefolgt von klarem blauen Himmel. Wir konnten es kaum fassen, als wir die Küste verlassen hatten, stach die Sonne so sehr ins Fenster, dass wir sogar die Klimaanlage anschalten mussten. Wieder einmal stellten wir fest, dass die Natur ihre eigenen Gesetze macht. Unseren letzten Abend ließen wir mit einer leckeren Suppe erhitzt von unserem Gaskocher und der Vernichtung unserer letzten Süßwaren ausklingen. Ein bisschen melancholisch putzten wir am nächsten Morgen unser „Black Sheep“. Mit einem kurzen Stopp an einem Strand und einer kleinen Partie Minigolf (ich brauch euch nicht sagen, wer gewonnen hat) verabschiedeten wir uns dann von diesem tollen Land.
Uns  bleibt nur zu sagen, „Auf ein sicheres WIEDERSEHEN du schönes Neuseeland!“
Jetzt sind wir, wie gesagt, bereits ein paar Tage in Sydney. Wir haben die Blue Mountains besucht und morgen geht`s weiter nach Melbourne, wo wir uns ein Auto mieten und die Great Ocean Road abfahren werden. Die Geschichten dazu kommen aber erst in unserem nächsten Beitrag… wir wollen euch schließlich nicht allzu neidisch machen. 😉
Viele Grüße von Martin und eurer Map.