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Monat: März 2017

Singapur verzaubert, Neuseeland raubt den Atem!

Singapur verzaubert, Neuseeland raubt den Atem!

Hallo ihr Lieben,
viel zu lange musstet ihr auf Neuigkeiten von uns warten. Mit neuer Energie melden wir uns zurück und lassen euch an unseren Erlebnissen in Singapur und Neuseeland teilhaben.
Fangen wir mit dem Rückblick auf Singapur an. Nach dem bereits im letzten Beitrag beschriebenen Einreisestress entschieden wir uns für einen entspannten Start und kauften ein 2-Tages-Ticket für eine Hop-on-and-off-Stadtrundfahrt. Da wir mittlerweile sehr auf indisches Essen abfahren, steigen wir natürlich im Stadtteil „Little India“ aus und lernen beim Mittagessen prompt den Einheimischen Edmund kennen. Als später noch sein witziger indischer Freund dazukommt ist unser Quartett perfekt und wir verquatschen uns über ne Stunde. Mit vielen netten Hinweisen zu den Sehenswürdigkeiten im Gepäck ging es zurück zum Hostel. Am Abend haben wir dann ein kleines, kostenloses Konzert an der Esplanade mit Blick auf die Lasershow des Marina Bay Sands Resort besucht. Es entstand eine tolle Atmosphäre.
Am nächsten Tag sind wir die restlichen Stationen der Stadtrundfahrt abgefahren und haben einen Stop im Botanischen Garten eingelegt. Tina wollte unbedingt in den Orchideengarten. Da der 5 Dollar extra gekostet hat und ich eh keine Lust auf 1 Million Blütenfotos hatte, bin ich draußen geblieben und hab einen Varan und eine indische Hochzeit im freien Teil des Gartens beobachtet. Beide zufrieden, machten wir uns auf den Weg zurück in die Innenstadt. Kurz vor unserer Endstation überraschte uns ein solcher Platzregen, dass wir es nicht einmal vom oberen Busdeck in das geschützte Innere geschafft haben. Unsere Regenponchos haben zwar das Schlimmste verhindert, aber wirklich trocken sind wir nicht geblieben. Der Regen hörte so schnell auf wie er begonnen hatte und wir konnten am Abend trockenen Fußes eine wunderschöne Flussfahrt genießen. Wir hatten großes Glück, da unser Boot direkt zum Höhepunkt der Lasershow vor dem Marina Bay Sands Resort anhielt und wir das Spektakel aus nächster Nähe verfolgen konnten. Einer der vielen Gänsehautmomente in Singapur.
Am Sonntag wollten wir uns nach dem ganzen Busfahren auch mal wieder selber bewegen und sind mit der U-Bahn (genannt MRT) raus zum MacRichie Reservoir gefahren. Ein schöner 12 km Rundweg um einen Stausee und durch Regenwald mit dem Highlight eines Treetopwalks über eine Hängebrücke sollte es werden. Auf der Hängebrücke lauerten uns 3 Affen auf. Sie stürzten sich auf die Reste unserer gerade verspeisten Äpfel. Sie vermuteten dann wohl noch mehr Essen bei Tina und deswegen ging einer der Affen sehr schnell auf sie zu. Damit war es vorbei. Tina traute sich nicht weiter und wir waren getrennt durch die Affen. Der Brückenwärter musste sie erst mit dem Stock vertreiben, bevor Tina im Eiltempo über die Brücke raste. Wir haben aber auch gemütliche Tiere gesehen. Vor allem eine sehr gut getarnte Landschildkröte und mehrere Wasserschildkröten. Alles in allem eine gute Abwechslung zum Stadtleben. Der Abend sollte aber noch viel schöner werden. Wir haben uns mit ein paar kalten Bierchen bewaffnet und sind zu den Supertrees im Marina Bay Garden spaziert. Auf dem Weg dort hin fanden wir eine tolle Hollywoodschaukel direkt zwischen den Wolkenkratzern am Ruffles Place. Den Zwischenstopp inklusive halsbrecherischem Fotoshooting auf der Schaukel haben wir sehr genossen. Beim Weiterlaufen zog plötzlich eine Straßenparade mit leuchtenden Wägen an uns vorbei. Den krönenden Abschluss des Tages bildeten die Supertrees. Wir lagen einfach da, schauten zum Himmel, tranken gemütlich was und waren wie verzaubert von dieser tollen Stadt.
Den letzten Tag in Singapur wollten wir dementsprechend noch voll ausnutzen und sind nochmal zum Marina Bay Sands Resort gelaufen. Diesmal haben wir die für Touristen zugängliche Aussichtsplattform besucht. Den Wolken zum Trotz haben wir uns dort oben einen Singapore Sling (berühmter Cocktail) mit einer Sicht über die Stadt genehmigt. Danach tranken wir einen Espresso* im Café des größten Supertrees wieder mit herausragender Aussicht und nahmen Abschied von dieser schönen Stadt. Singapur: Wir sehen uns definitiv wieder!

*Anmerkung Tina: „Fast so gut wie bei dir Fred 😉 “

 

So schön Asien und speziell Singapur auch waren, wir freuten uns riesig auf Neuseeland. Mit Zwischenstopp Melbourne, 4 sehr guten Flugmahlzeiten und nochmal 5 Stunden Zeitverschiebung mehr, kamen wir in Christchurch an. Ein letztes Taxi vom Flughafen zu Happy Campers und endlich saßen wir wieder selber am Steuer unseres „black sheep“. Nur eben auf der falschen Seite. Das Linksfahren macht uns eigentlich keine Probleme, aber auch die Scheibenwischer und der Blicker sind hier andersrum. Das hat nun schon des öfteren zu ungewollten Blink- oder Scheibenwischaktionen geführt. 😀
Es ist ein tolles Gefühl mit den eigen vier Wänden auf vier Rändern durch diese wunderschönen Landschaften zu reisen. Gleich am ersten Tag sind wir noch die knapp 2h in die Bucht von Akaroa gefahren und haben dort auf einer Parkbucht direkt am Meer übernachtet. Nachdem das Wetter nicht zum Kayakfahren geeignet war, entschieden wir uns für die faule Variante und fuhren eine Panoramastraße zurück Richtung Christchurch, um dann gen Süden zu fahren. Das Wetter wollte sich den ganzen Tag über nicht wirklich bessern und so haben wir kurzerhand einfach Kilometer gemacht. Ziemlich spät sind wir dann am Lake Tekapo angekommen. Um die Nacht dort zu verbringen, haben wir uns einfach auf den erst besten Parkplatz gestellt. Nicht die beste Idee, wie sich am nächsten Morgen rausstellte. Ein Ranger weckte uns 10 Minuten vor unserem Wecker und gab uns freundlich lächend einen Strafzettel über 200 Dollar. Ein sehr teures Lehrgeld und echt ärgerlich. Sei es drum, Tekapo war trotzdem toll. Wir haben eine schöne Wanderung zum Mount John gemacht und sind anschließend in den Tekapo Hot Pools Baden gegangen. 4 Pools von 28 bis 39 Grad Celcius. Wir haben die Zeit bis 21 Uhr voll ausgenutzt. Dadurch wurde die anschließende Campingplatzsuche leider wieder etwas anstrengend. Aber als wir dann endlich einen der kostenlosen Campingplätzen gefunden hatten, wurden wir mit einem sehr schönen Sternenhimmel belohnt. Da hier keine künstliche Lichtquelle in der Nähe war, konnten wir sogar die Milchstraße sehen.
Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, da wir 1h bis zum Mount Cook fahren und dann dort wandern wollten. Der Mount Cook ist mit 3.724 Metern der höchste Berg der Südinsel und er zeigte uns leider die ganz kalte Schulter. Regen, Nebel und 65 km/h Wind machten selbst eine Wanderung im Tal mit unserer Ausrüstung unmöglich. Also wieder zurück und weiter Kilometer in den Asphalt brennen. Da wir nicht wirklich eine genaue Route im Kopf hatten, mussten wir uns erstmal klarwerden, wo wir überhaupt hin wollten. Schlussendlich haben wir fast 500 km zurückgelegt. In Te Anau angekommen, haben wir (aus Mangel an Alternativen) einen teuren, aber dafür auch tollen Campingplatz besucht. Der hatte sogar ein Hüpfkissen …


Da wir für 8:45 Uhr schon eine Schifffahrt durch die Milford Sounds gebucht hatten, mussten wir schon wieder früh aufstehen. Die 2h Hinfahrt haben wir gut hinter uns gebracht und wurden mit einer sehr schönen Fahrt durch den Fjord belohnt. Das Wetter hat soweit mitgespielt, dass wir einen Regenbogen, Robben, Wasserfälle und das offene Meer vom oberen Deck aus bestaunen konnten. Zum Aufwärmen gab es Tee und Kaffee. Wir können diese Fahrt nur empfehlen und auch die Rückfahrt mit den diversen Aussichtspunkten war ein Erlebnis. An Te Anau vorbei, haben wir unser Nachtlager auf einem windigen Campingplatz in Lumsden aufgeschlagen und für Tina war das wie Kino. Sie hatte ihre helle Freude daran die anderen Mitcamper aus unseren abgedunkelten Scheiben zu beobachten. Die diversen Kämpfe mit den Zelten und einige Freundschaftsdramen boten eine gute Unterhaltung.
Der nächste Stop war Queenstown. Die Adrenalinhochburg lädt mit Bungy Jumps, Fallschirmsprüngen und Downhill-Mountainbiken zum Verweilen ein. Wir zwei bayerischen Beamten sind dafür natürlich zu schissrig und ließen es etwas gemächlicher angehen. Zwei Wanderungen inklusive Steintürmchenbau und der Skyline Luge (eine Art Sommerrodelbahn) sind es im Endeffekt geworden. Das Wetter hatte endlich richtig viel Sonne für uns parat und so wollten wir es noch einmal mit dem Mount Cook probieren. Auf dem Weg zur Talstation haben wir unseren ersten Tramper mitgenommen. Enis aus Schweden ist ein sehr gesprächiger Bursche. Er erzählte uns viel über die Nordinsel, die wir noch vor uns haben. Es sind viele Tramper in Neuseeland unterwegs. Und was noch erstaunlicher ist, viele Radfahrer. Mit vollem Gepäck (Zelt, Kleidung, Essen, Kocher, etc.) mühen sich die Radler durch Wind und Wetter. Da es keine wirklichen Radwege gibt, ist das nicht immer ganz ungefährlich und für uns nur schwer nachzuvollziehen. Aber wem es Spaß macht! Wer noch sehr oft anzutreffen ist, ist der deutsche Tourist. Fast die Hälfte aller Touris kommen hier aus Deutschland. Ganz schön komisch. Auf einmal versteht man überall die Gespräche. Deswegen haben auch wir im Mount Cook Village zwei Deutsche kennengelernt. Lena und Thomas sind ebenfalls als Tramper unterwegs und wir haben sie später ein Stück mitgenommen.
Da das Wetter beim zweiten Versuch am Mount Cook so fantastisch war, haben wir entschlossen gleich 2 Nächte zu bleiben und nach dem geplanten Hooker Valley Track (kurzer flacher Weg zum Hooker Lake) noch die Ganztageswanderung zur Mueller Hut (8h mit Pausen und über 1000 Höhenmetern) zu machen. Der Aufstieg mit über 1.600 Stufen und anschließenden Kletterpassagen war zwar schon atemraubend. Aber oben angekommen mit 360 Grad Ausblick auf den Mount Cook, den Mueller Gletscher und das Tal blieb uns endgültig die Luft weg. Ich konnte mich kaum trennen und war mir sicher, dass ich noch nie ein besseres Panorama gesehen hatte. Tina war ebenso begeistert und hat ein super Foto von einem Kea geschossen. Das ist die einzige alpine Papageienart der Welt und kommt nur hier in Neuseeland vor. Nach dem Abstieg packten wir Lena und Thomas ein und fuhren Richtung Wanaka. Kurzentschlossen gingen wir 4 noch im Gletschersee Baden. Das Wasser war so türkis, dass selbst die Kälte uns nicht davon abhalten konnte abzutauchen. Ein sehr schöner Tag.
Zum Leidwesen unserer Beine wurde uns in Wanaka keine Pause gegönnt. Das Wetter sollte nur noch bis Freitag so toll sein und zum Must Do zählte die 6h Wanderung zum Roys Peak. Also wieder rein in die Wanderschuhe und rauf den Berg. Ich war froh, dass es diesmal keine Stufen gab. Aber der ewige Zick-Zack-Weg forderte unsere müden Knochen ebenso. Ich hatte nicht erwartet nach dem Ausblick vom Vortag nochmals so überwältig sein zu können. Aber das Panorama das sich uns bot schaffte es wieder. Beim Abstieg trafen wir auf ein Pärchen aus Australien (Marco und Maddie), das wir schon am Mueller Hut Track zweimal getroffen hatten. Wir verabredeten uns zum Abendessen in Wanaka und verbrachten einen schönen Abend, mit einen noch schöneren Sonnenuntergang. Nun haben wir eine Einladung nach Melbourne, die wir ganz sicher annehmen werden. 🙂
Seit Samstag ist die Straße wieder unser bester Freund. Gerne hätten wir auf unserem Weg nach Norden eine Helikopter-Gletscherwanderung auf dem Franz Josef Gletscher gemacht. Das Wetter spielte nur leider nicht mit. Der Gletscher zeigte sich uns nur teilweise durch den dichten Nebel. Trotzdem ist es etwas ganz Besonderes bei 18 Grad durch den Regenwald zu spazieren mit Blick auf den Gletscher und gleichzeitig das Meer im Rücken zu spüren. Gibt es sowas überhaupt noch irgendwo anders auf der Welt?


Wegen der Regenglocke, die uns ein bisschen verfolgt, mussten wir unser eigentliches Ziel, den Abel Tasman Nationalpark verschieben. Wir sind deshalb heute morgen schon mit der Fähre von Picton nach Welligton auf die Nordinsel übergesetzt. Dank Eiswürfellutschen hat Tina die 3,5h-Fahrt ohne Übelkeit überstanden. Aber uns steht ja noch die Rückfahrt in 2 Wochen bevor. Wir hoffen auf unserem Rückweg nach Christchurch noch 3-4 sonnige Tage für den Abel Tasman und Kaikoura zu erwischen. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Nun sind wir erstmal gespannt, was die Nordinsel für uns bereithält! Die Schönheit Neuseelands darf uns gerne weiter den Atem rauben 🙂
Eure zwei Weltenbummler